Bulimie – Infos auf einen Blick

Bulimie ist eine psychische Erkrankung, die zu den Essstörungen gehört. Diese Erkrankung äußert sich dadurch, dass die Betroffenen immer wiederkehrende Heißhungerattacken haben, in denen eine unkontrollierte Essenszufuhr stattfindet. Zusätzlich zu den „Fressanfällen“ entwickeln die Betroffenen eine große Angst vor dem Zunehmen, die in den meisten Fällen durch das Streben nach einem gesellschaftlich vermittelten körperlichen Idealbild ausgelöst wird. Daher erzwingen sie Erbrechen, nehmen Abführmittel oder treiben exzessiv Sport. Durch diesen Blogpost erhalten sie Informationen über die Ursachen, die Symptome und die Behandlung von Bulimie.

Ursachen

Es wird angenommen, dass Bulimie unterschiedliche Entstehungsgründe haben kann, jedoch kann nicht klar definiert werden, wieso diese Erkrankung entsteht. Durch das Zusammenspiel einer Vielzahl an auslösenden Faktoren entstehen in weiterer Folge die sogenannten Essstörungen. Der Hauptauslöser ist, wie bei allen Essstörungen, ein gesellschaftlich übertragenes und überzogenes körperliches Idealbild, das vermittelt, dünn sein hätte einen starken Zusammenhang mit Erfolg und Glücklichsein. Zwar gelten ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper und die Angst vor dem Dicksein als Hauptursachen für das Erbrechen nach dem Essen, familiäre Konflikte, erlebte Traumata (z.B. Vergewaltigung, Todesfall in der Familie etc.) oder ein bestimmter Persönlichkeitstyp (ängstlich, perfektionistisch, wütend, wenig Selbstvertrauen, Selbsthass etc.) sind aber in der Therapie der Bulimie unbedingt zu berücksichtigen. 

Wenn die Krankheit auftaucht, kommen oft mehrere Faktoren zusammen. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • genetische Veranlagung
  • biologische Komponenten
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • problematische familiäre Einflüsse
  • hoher Leistungsanspruch
  • westliches Schönheitsideal
  • negatives Selbstbild

Menschen mit Bulimie haben häufig ein negatives Selbstbild. Zwischen dem subjektiv gefühlten Soll-Zustand und dem derzeitigen Ist-Zustand besteht für die Betroffenen ein großer Unterschied. Das gilt insbesondere für den eigenen Körper. Das Selbstwertgefühl hängt stark von der Figur ab. BulimikerInnen streben meist ein sehr schlankes Ideal an, das sie nur durch massive Einschränkung beim Essen – oder durch Erbrechen/Abführmittel/exzessiven Sport – erreichen können.

Für den Einfluss soziokultureller Einflüsse gibt es ebenfalls einige Hinweise: Essstörungen treten in der westlichen Welt (auch bei Einwanderern) viel häufiger auf als in anderen Kulturkreisen. Besonders häufig in der Mittel- und Oberschicht sowie in bestimmten Risikogruppen wie Hochleistungssportler und Models.

Symptome

Die Symptome sind je nach Ausprägung der Erkrankung und Form der Bulimia nervosa unterschiedlich.

Hierbei wird zwischen zwei Krankheitsbildern unterschieden:

  • “Purging-Type”: Betroffene erbrechen die Nahrung nach Essanfällen, bei schwerer Ausprägung der Krankheit übergeben sich BulimikerInnen nach jeder einzelnen Mahlzeit und haben täglich auch mehrere Anfälle, bei denen sie meist große Mengen an (hochkalorischer) Nahrung zu sich nehmen. Ein Teil der Erkrankten erbricht auch schon nach der Aufnahme kleiner Nahrungsmengen, wie z.B. einem Joghurt. Wie oft und wann sie erbrechen, ist davon abhängig, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist.
  • “Non Purging-Type”: Betroffene haben zwar Essanfälle, erbrechen sich aber danach nicht, sondern halten strenge Diät, fasten, nehmen Abführmittel oder versuchen das Überessen durch Sport bis zur Erschöpfung auszugleichen (“Sportbulimie”).

Eine Bulimie ist für Außenstehende nicht so leicht zu erkennen wie zum Beispiel eine Magersucht. Menschen, die an Ess-Brech-Sucht leiden, sind in der Regel normal- oder nur leicht untergewichtig. Übergewicht kann auch vorkommen. Die Fress-Brech-Anfälle finden zudem meist im Geheimen statt, sodass lange Zeit niemand etwas bemerkt.

Die meiste Zeit kontrollieren Bulimiker ihr Essverhalten stark. Sie halten Diät und lassen Mahlzeiten ausfallen. Doch dann überkommen sie immer wieder Heißhungerattacken.

Wiederholende Heißhungerattacken

Während einer Heißhungerattacke verlieren Bulimie-Kranke jegliche Wahrnehmung und Kontrolle über das, was und wieviel sie essen. Sie verzehren große Mengen sehr kalorienreicher Lebensmittel in kurzer Zeit. Der Kontrollverlust kann so weit gehen, dass BulimikerInnen in etwa einer bis zwei Stunden manchmal bis zu 10000 Kalorien zu sich nehmen. Das ist mehr als das Vierfache dessen, was ein gesunder Mensch an einem ganzen Tag benötigt.

Die Fressattacken werden oft durch Stress ausgelöst und dauern so lange an, bis ein unangenehmes Völlegefühl entsteht. Während den Essattacken verspüren Betroffene manchmal eine Art Entspannung, jedoch entsteht im Nachhinein oft ein Scham- oder Ekelgefühl aufgrund ihres Verhaltens.

Behandlung

Die Bulimie ist eine psychische Störung, die ernst zu nehmen ist. Eine realistische Einschätzung des Essverhaltens oder das Akzeptieren, dass das Essverhalten gestört ist, fällt BulimikerInnen meist sehr schwer. Daher ist die professionelle Hilfe bei Bulimie unverzichtbar. Ziele bei der Behandlung von Bulimie sind vor allem

  • kurzfristig eine rasche Veränderung des Essverhaltens zu erreichen, um die körperliche Gesundheit wiederherzustellen oder zu erhalten.
  • langfristig dem Betroffenen zu helfen, die Ursachen für das gestörte Essverhalten zu erkennen und diese zu beseitigen oder den Umgang mit dem Essverhalten zu lernen.

Normalisierung des Essverhaltens

Leichtere Fälle von Bulimie sind auch ambulant behandelbar. Bei schweren Fällen muss jedoch die Ernährung kontrolliert werden, um die Betroffenen zu einem normalen Essverhalten zu verhelfen.

Ohne Erbrechen – nicht zu viel

Zu Beginn der Behandlung wird ein ausgewogener Essenplan erstellt – am besten zusammen mit dem Patienten. Dieser muss den Plan dann einhalten. Zu diesen Plänen gehört das regelmäßige Einnehmen von Mahlzeiten – mindestens drei am Tag. Das Wichtigste hierbei: Essen ohne Essattacken und ohne Erbrechen.

Keine Angst vor Kalorien

Den Patienten wird gezeigt, dass sie auch kalorienreichere Lebensmittel, die sie außerhalb der Ess-Brech-Attacken vermieden haben, ohne Angst zu sich nehmen können. Die Einbindung der Bulimie Betroffenen bei der Zubereitung des Essens ist ebenfalls essentiell. Der Umgang mit Lebensmitteln soll für sie zu einer positiven, entspannten Erfahrung werden.

Normalisiertes Essverhalten

Durch die regelmäßige und abwechslungsreiche Ernährung wird der körperliche Mangelzustand beendet. Der Patient muss im Endeffekt keine Hungerphasen mehr durchmachen und der Drang zum Verzehr von großen Mengen an Nahrung wird geringer.

Psychotherapie

Häufig wird eine kognitive Verhaltenstherapie zur Behandlung von Bulimie eingesetzt.

Realistisches Körperbild: Eine realistischere Einstellung zum Körper und Gewicht des Patienten soll entwickelt werden. Wichtig ist hierbei die gesellschaftlichen Idealvorstellungen von Schönheit und Schlankheit zu hinterfragen.

Auslöser suchen: In Zusammenarbeit mit dem Therapeuten ergründen die Bulimie-Patienten, welche Situationen einen Ess-Brech-Anfall hervorrufen. Dabei kann zur Unterstützung auch ein Ernährungstagebuch geführt werden. Der Therapeut versucht gemeinsam mit dem Patienten alternative Wege oder Verhaltensweisen zu finden, die bei diesen belastenden Situationen eingesetzt werden könnten.

Konfrontationstherapie: Mit sogenannten Konfrontationen können in der Bulimie-Therapie Ängste abgebaut werden. Der Therapeut ermutigt die Patienten, sich Situationen auszusetzen oder Lebensmittel zu sich zu nehmen, die ihnen Angst bereiten und die in der Vergangenheit Fressanfälle ausgelöst haben. Die therapeutisch begleitete Auseinandersetzung führt zu einem stetigen Abbau der Ängste und steigert das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der BulimikerInnen.