Erektionsstörungen – Was Man(n) selbst tun kann

Couple laying in bed, man looks concerned and sad


In einer Gesellschaft, in der es immer mehr um Leistung geht – egal ob in der Arbeit oder im Bett – spricht niemand gern über Dinge, die diese Leistung einschränken. Eine Erektionsstörung, fachlich auch erektile Dysfunktion genannt, ist eine Einschränkung, die trotz sexueller Lust durch eine unzureichende Erektion des männlichen Glieds für befriedigenden Geschlechtsverkehr bzw. eine Erektion, die nicht lange aufrechterhalten werden kann, erkannt wird. Von einer erektilen Dysfunktion wird erst gesprochen, wenn diese Einschränkung über einen Zeitraum von 6 Monaten und bei ungefähr 70% der Versuche auftritt. Welche Auswirkungen & Ursachen Erektionsstörungen haben, wie und wann Gespräche darüber stattfinden sollten und was in der eigenen Macht steht, um diese Einschränkung zu verhindern, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Auswirkungen & Ursachen von Erektionsstörungen

Erektionsstörungen treten häufiger auf als erwartet. Eine Studie aus den USA zeigt, dass dort 18 Millionen Männer – das sind ungefähr 11% aller Männer in den USA – an Erektionsstörungen leiden. Wenn man diese Zahl auf Österreich anwendet sind das rund 480.000 Männer in Österreich. Hierbei ist klar ersichtlich, dass Erektionsstörungen mit dem Alter einhergehen und somit bei älteren Männern häufiger auftreten.

Erektionsstörungen können sowohl physische als auch psychische Ursachen haben. Generell sind die Ursachen bei jüngeren Männern (unter 40) auf psychische Gründe zurückzuführen, während bei älteren Männern (über 40) eher körperliche Ursachen, wie Vorerkrankungen, zu einer Erektionsstörung führen.

Eine erektile Dysfunktion wirkt sich nicht nur physisch auf den betroffenen Mann aus, sie kann auch psychische Auswirkungen erzeugen. Das Selbstwertgefühl des Mannes kann dadurch stark beeinträchtigt werden. Er fühlt sich nicht in der Lage die erwartete Leistung zu erbringen und kann infolgedessen Ängste und Stress entwickeln, die im Endeffekt die Erektionsstörungen verschlimmern können.

Häufige psychische Ursachen für Erektionsstörungen können unter anderem

• Stress/Konflikte im beruflichen oder privaten Umfeld,
• Leistungsdruck und Versagensängste,
• Depressionen,
• Persönlichkeitsstörungen,
• Traumatische sexuelle Erfahrungen sein.

Viele der genannten psychischen Schwierigkeiten können auch erst nach dem Auftreten einer Erektionsstörung entwickelt werden.

Häufige körperliche Ursachen für Erektionsstörungen können unter anderem

• Herz- und Gefäßerkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Arteriosklerose),
• Erkrankungen im Genitalbereich (z.B. Vorhautverengung, Entzündung der Prostata),
• Erkrankungen von Nerven und Gehirn (z.B. Bandscheibenvorfall, Schlaganfall),
• Operationen im Genitalbereich (z.B. Becken, Bauch),
• Stoffwechsel- und Organerkrankungen (z.B. Lebererkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen sein.

Die Krankheiten Diabetes mellitus (stark erhöhter Blutzucker), Arteriosklerose (Einlagerung von Fetten in den Blutgefäßen) und Gefäßerkrankungen machen 45% der körperlichen Ursachen aus, die zu einer Erektionsstörung führen.

Gespräche suchen – keine Scheu

Falls die Vermutung besteht, dass bei Dir eine Erektionsstörung vorhanden ist, solltest Du einen Arztbesuch in Erwägung ziehen. Ein Urologe oder Dein Hausarzt ist hierfür als Erstgespräch gut geeignet. Eine Diagnose des Arztes beinhaltet alles von der Befragung der bisherigen Beschwerden/Erkrankungen und der Einnahme von Medikamenten über den Konsum von Alkohol, Nikotin oder Drogen bis hin zu nächtlichen/morgendlichen Spontanerektionen und möglichen psychischen Ursachen.

Ein Gespräch mit dem Partner/der Partnerin bringt Vorteile, da ein Arztbesuch mit derjenigen Person sinnvoll ist. Eine zweite Meinung und eine andere Sichtweise helfen dem Arzt eine genauere Diagnose zu erstellen. Natürlich – es ist nicht immer einfach mit seinem Partner/seiner Partnerin über solche Probleme zu reden, jedoch sollte dieses Thema ernstgenommen werden. Der Partner/die Partnerin sollte gut zuhören, die betroffene Person ohne zusätzlichen Druck ermutigen Hilfe zu suchen und die Erektionsprobleme des Partners nicht persönlich nehmen. In diesem Sinne – Schweigen ist nicht Gold.

Bei der körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt den Penis, die Hoden, die Prostata und Analkanal auf Auffälligkeiten. Des Weiteren misst er den Blutdruck, die Becken- und Beinpulse und untersucht die Brustdrüsen, um eventuelle Störungen im Hormonspiegel zu erfassen. Ein Bluttest ist auch von großer Bedeutung, da man durch die Ergebnisse von Werten wie Testosteron, Prolaktin, Blutzucker, Blutfette, Leber- und Nierenwerte und das Blutbild auf Erkrankungen schließen kann.

Selbstbehandlung – was in Deiner Macht steht

Der wichtigste Schritt für eine gelungene Selbstbehandlung ist das Erkennen und Behandeln von Grunderkrankungen wie etwa Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Testosteronmangel oder psychischen Störungen. Einen gesunden Lebensstil (reichlich Aktivität und gesunde Ernährung) anstreben, Gewicht reduzieren (falls Übergewicht vorhanden), das Stressniveau (falls möglich) senken und auf Nikotin, Alkohol und Drogen verzichten (oder reduzieren) sind erste Ziele, die eine Selbstbehandlung erfolgreich machen. Diese Änderungen und Behandlungen sollten zuerst durchgeführt werden, bevor eine symptomatische und medizinische Behandlung in Erwägung gezogen wird.