Gesundheit! Fragen und Antworten zu Heuschnupfen

Die Pollenzeit bereitet vielen Menschen, die allergische Reaktionen vorweisen, Unannehmlichkeiten. Was eine Allergie eigentlich ist, wie sie entsteht und wie man Heuschnupfen behandelt – all das erfährst du jetzt!

Was ist eine Allergie eigentlich? 

Eine Allergie ist eine chronisch verlaufende Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems. Dieses reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen, so als würden diese eine ernsthafte Bedrohung des Körpers darstellen.
 


Wie entsteht eine Allergie? 

Bislang weiß man nicht genau, warum bestimmte Stoffe bei manchen Menschen eine allergische Reaktion auslösen. Mittlerweile sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko einer allergischen Erkrankung erhöhen.  

Oftmals ist es eine Kombination mehrerer Faktoren: 

  • Genetische Vorbelastung (Atopie): Je mehr Mitglieder einer Familie an einer Allergie leiden, desto größer ist das Risiko für die Nachkommen. 
  • Übertriebene Hygiene: Die verbesserte Hygiene hat in den letzten Jahrzehnten zur Ausrottung der meisten Infektionskrankheiten geführt. Kinder, die z.B. auf einem Bauernhof leben und dort mit einer Vielzahl von Erregern in Kontakt kommen, erkranken weniger an Allergien als Stadtkinder. 
  • Luftverschmutzung: Hohe Feinstaubbelastung verstärkt vermutlich die Wirkung bestehender Allergien. Die feinen Partikel dringen tief in die Lunge ein, die Schleimhaut der Atemwege wird durchlässiger und ruft entzündliche Reaktionen hervor.  
  • Zigarettenrauch: Dieser führt vermutlich zu Genveränderungen, die das Immunsystem schädigen. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko für die Entwicklung von Allergien. 
  • Ernährung: Farb- und Konservierungsstoffe sowie Verdickungsmittel in Nahrungsmitteln gelten als Allergie auslösend.  
  • Stress: Die Psyche spielt bei Allergien wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle. Stressfaktoren wie emotionale Belastungen sowie private Konflikte sind besonders relevant.


Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Pollen (Blütenstaubteilchen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide. Diese Pollen gelangen mit dem Wind oder durch Insekten von einer Pflanze zur anderen. Diese verbreiten sich mit dem Wind schnell und können eine allergische Reaktion verursachen. 

Pollen sind häufig in den Monaten Februar bis Oktober unterwegs.
 


Typische Symptome bei Heuschnupfen

Geraten die Pollen auf die Schleimhäute der Nase oder der Augen, wird bei Allergikern eine Immunreaktion ausgelöst. Folgende Symptome können auftreten: 

  • Niesen und Fließschnupfen
  • Juckreiz
  • Bindehautentzündungen
  • Kribbeln in der Nase oder den Augen
  • Überempfindlichkeit der Nase
  • Tagesmüdigkeit
  • Erschwerte Atmung


Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Die Anamnese ist bei der Heuschnupfen-Diagnose sehr wichtig.  

Dazu gehört: 

  • Die Beschreibung der Symptome durch den Patienten 
  • Zeitpunkt und zu den Umständen des Auftretens der Symptome 
  • Allergische Erkrankungen weiterer Familienmitglieder 

Meist ist ein Pricktest hilfreich, um die entsprechenden Allergieauslöser zu bestimmen. Dabei bekommt der Patient kleine Tröpfchen allergenhaltiger Lösungen auf den Unterarm und gleichzeitig wird die Haut an den betreffenden Stellen leicht angeritzt. Wenn eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Allergene besteht, bildet sich an der jeweiligen Stelle eine Rötung und Quaddeln. 

Mit dem Pricktest lässt sich feststellen, welche Pollen Auslöser des allergischen Schnupfens sein könnten oder ob andere Allergene wie z.B. Hausstaubmilben die Ursache sind.  

Eine weitere Methode ist der Bluttest. 

In beiden Fällen ist die Unterscheidung des Heuschnupfens von anderen Erkrankungen wichtig, die ähnliche Symptome verursachen z.B. Erkältungen wie etwa Schnupfen oder bakterielle Nasennebenhöhlenentzündungen. 


Pollenkalender – Welche Pollen gibt es wann? 

Jänner bis Mai: Hasel, Erle

März bis Mai: Esche, Birke

Mai bis August:  Gräser & Getreide

Juli bis September: Beifuß, Ragweed


Schützt die FFP2-Maske vor Pollen? 

Da FFP2- und andere Corona-Masken Partikel aus der Luft filtern können, schützen sie bis zu einem gewissen Grad auch vor Pollen. Denn die Masken reduziert die Menge an Pollen, die eingeatmet werden. Daher ist es wahrscheinlich, dass die nasalen und auch die bronchialen Beschwerden gelindert werden. Allerdings bietet die Maske keinen 100%igen Schutz, da die Augen weiterhin Angriffsfläche für Pollen bieten. 


So kann Heuschnupfen behandelt werden 

Ja, man kann eine Pollenallergie behandeln. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten  Heuschnupfen zu behandeln:  

  1. Das Meiden des Allergens: Der theoretisch einfachste, aber in der Praxis oft schwer realisierbarste ist das Vermeiden des Allergens.Gerade bei Heuschnupfen istdies nur bedingt möglich, weil sich Pollen während der Saison überall verteilen und auch nicht immer mit bloßem Auge erkennbar sind.
     
  2. Medikamente: Die zweite Möglichkeit ist die medikamentöse Behandlung zur Linderung akuter Allergiesymptome. Augentropfen, Nasentropfen, Nasensprays und Tabletten können sehr gut helfen- insbesondere Antihistaminika und Glukokortikoide. Mit dieser Therapiemöglichkeit werden allerdings „nur“ die Symptome unterdrückt, die Erkrankung bleibt bestehen.  

  3. Die Hyposensibilisierung: Das Ziel dieser Immuntherapie ist es, die Überempfindlichkeit gegen das Allergen langfristig zu reduzieren und die entsprechenden allergischen Reaktionen möglichst auszuschalten. Die Hyposensibilisierung ist die einzige Therapiemöglichkeit, die ein Voranschreiten der Symptome sowie die Entwicklung weiterer Allergien oder der Entstehung von Asthma nachhaltig entgegenwirken kann.  



Quellen:

https://allergiecheck.de/zusatzliche-informationen-presse/fakten-zur-allergie

https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/allergischer-schnupfen/allergie-ursachen-und-risiken.html

https://allergiecheck.de/allergie-ausloeser/heuschnupfen

https://www.allergieratgeber.de/allergiearten/heuschnupfen

https://www.tk.de/techniker/magazin/themen/spezial/allergie/allergie-heuschnupfen-weniger-beschwerden-maskenschutz-2102108?tkcm=aaus